Solarzellen auf einem Wohnmobil

Energieversorgung im Wohnmobil: Power-Quellen zwischen Wildnis und Campingplatz

Jeder Camper braucht sie: Energie. Der Relevanz nach aufsteigend geordnet zum Heizen, zum Kochen und schließlich zum Vergnügen. Es gibt verschiedenste Energiekonzepte auf die Wohnmobilisten zurückgreifen können. Entscheidend ist, ob das Campingvergnügen in der Wildnis oder auf einem gut ausgestatteten Campingplatz stattfinden soll. Dieser Artikel beleuchtet umfassend, welches Energie-Setup für die jeweilige Wohnmobil-Reisevariante geeignet ist. Praktische Checklisten und übersichtliche Tabellen helfen bei der Reisevorbereitung.

Energie im Wohnmobil

Ein Wohnmobil ist grundsätzlich ein Automobil und benötigt zur Fortbewegung einen Kraftstoff. In der aktuellen Umbruchphase zwischen fossilen Brennstoffen und elektrischen Antrieben ist es schwierig, Prognosen zu stellen. Fakt ist: alle Wohnmobile besitzen einen Nutzfahrzeug-Unterbau, welcher heutzutage (Stand 2021) in der Regel dieselbetrieben ist.

Neben dem Kraftstoff benötigt ein Automobil auch Strom, insbesondere um den Motor zu starten. Diesen hält die Starterbatterie in 12 V-Form, bei größeren LKW-Unterbauten auch häufig in der 24 V-Version, vor. Es wäre keine gute Idee auch den Wohnbereich des Wohnmobils aus der Starterbatterie mit zu versorgen. Denn wird diese versehentlich leer gemacht, wird aus dem Wohn-Mobil ganz schnell eine Wohn-Immobilie.

Gas zum Kochen

Brennstoff zum Heizen

Gas oder Strom zum Kühlen

Um einer solchen Havarie vorzubeugen ist die Starterbatterie komplett vom Stromkreis des Wohnbereichs getrennt. Der Wohnaufbau bedient sich stattdessen eines eigenen Akkus, der sogenannten Bordbatterie, die ebenfalls 12 V Spannung liefert. Diese Bordbatterie wird beim Fahren von der Lichtmaschine des Automotors mit aufgeladen.

Dieser Artikel befasst sich mit der Energieversorgung des Wohnbereichs. Wozu ist hier grundsätzlich Energie notwendig? Die folgende, numerische Rangfolge darf durchaus wertend betrachtet werden.

Grundsätzlicher Energiebedarf in einem Wohnmobil
Energiebedarf Mögliche Energiequellen
Heizen Gas, Diesel (evtl. Benzin), Strom
Kochen Gas, Diesel (evtl. Benzin), Strom
Grundbetrieb (Wasserpumpe, Beleuchtung) Strom
Arbeiten (PC) Strom
Vergnügen (TV & Co.) Strom

Eines fällt auf: Strom scheint ein "Alleskönner" zu sein.

Strom - der Alleskönner

Stromverbrauch von Heizungen

Strom - das Allheilmittel in Sachen Energieversorgung? Irgendwie schon. Es gibt (fast) nichts, was elektrische Energie nicht könnte. Sie spendet Wärme zum Heizen, zum Kochen und für alle Verbraucher, die dem Grundbetrieb (Wasserpumpe und Beleuchtung), der Unterhaltung (TV und SAT-Anlage), der Freizeitgestaltung (Smartphone, Drohne und Kamera aufladen) oder auch dem Arbeiten (Stichwort: PC!) dienen. Strom kann scheinbar alles.

Welches Problem ergibt sich bei Strom?

Strom lässt sich nur in sehr unbefriedigender Art und Weise speichern. Selbst die größte Bordbatterie mit modernster Lithium-Technik ist nach verhältnismäßig kurzer Stromentnahme leer und muss mehr oder weniger "ständig" nachgeladen werden. Über geeignete Methoden der Stromerzeugung und Strombeschaffung informieren wir Sie weiter unten im Artikel.

Gas - der Klassiker

Gasflaschenkasten für 2x 11KG Gasflaschen

Anders als Strom lässt sich Gas in Gasflaschen oder festeingebauten Gastanks sehr gut speichern. Campern der Generation "Ü 50" ist die kleine, blaue Gaskartusche als Inbegriff des Campingurlaubs aus Kinder- und Jugendzeiten ins Gedächtnis gebrannt. Alle jüngeren Camper kennen zumindest die großen grauen oder rot/orangefarbenen Gasflaschen. Gas gehört immer schon zum Camping wie kein zweiter Energieträger.

Camping-Gas (Chemisch betrachtet ist dessen Hauptbestandteil Propan C3H8 mit einem geringen Quantum an Butan C4H10) wird in Flaschen oder Tanks in flüssiger Form transportiert. Wird es daraus entlassen geht es schlagartig in den gasförmigen Aggregatszustand über und ist in dieser Form hochentzündlich. Beim Verbrennen gibt Gas seine chemische Energie in Form von Hitze ab. Diese Hitze dient Heiz- und Kochzwecken, kann durch ausgefeilte Technik jedoch auch zum Betrieb eines Kühlschranks genutzt werden. Auch wenn dies für den Laien auf den ersten Blick als Widerspruch erscheinen mag.

Historischer Exkurs zu Campinggas:

In den frühen 1970er Jahren war Gas die einzige Energiequelle in Campingfahrzeugen, damals Wohnwagen (Caravans). Wohnmobile waren noch nicht wirklich erfunden. Allenfalls die elektrische Tauchpumpe im Wasserkanister wurde mit einer Wegwerf-Blockbatterie betrieben.

Mit Gas wurde im Wohnwagen nicht nur geheizt und gekocht, sondern auch für Helligkeit gesorgt. Eine Gas-Lampe an der Decke war oft die einzige Lichtquelle. Diese machte zwar schön hell, erzeugte aber als "Abfallprodukte" ein lautes Rauschen und jede Menge Hitze, was besonders beim Sommercamping lästig war.

Über die hochsensiblen "Gasstrümpfe", das zerbrechliche Gespinst und der eigentliche Lichterzeuger in der Gaslampe, hat jeder Camper geflucht, wenn dieser wieder einmal kaputtgegangen war und ein neuer Gasstrumpf im Schein einer Taschenlampe in die Gaslampe hinein gefummelt werden musste.

Auch wenn es Campinggas nahezu überall auf der Welt gibt, die Verpackung macht das Problem! Keine genormten Gasflaschen-Anschlüsse, Schwierigkeiten beim Wiederbefüllen von leeren Gasfalschen in unterschiedlichen Ländern, uneinheitliche Gesetzeslagen und differierende Gasbehältergrößen lassen Weltenbummler manchmal verzweifeln.

Diesel - der Exot

Diesel ist ein fossiler Brennstoff, chemisch gesehen eine Kohlenwasserstoffkette, genauso wie Gas. Nur halt länger und deshalb bei Zimmertemperatur flüssig. Vorteil: Weltweit verfügbar und in keinster Weise explosiv. Man könnte eine brennende Fackel in einem Dieselfass versenken, sie würde erlöschen. Bei Gas liegt allerdings nur ein kleiner Funke zwischen Wohlfühlglück und Katastrophe…

Mit Diesel lässt sich also heizen und kochen, jedoch kostet diese Variante, die vor wenigen Jahren nur Globetrottern in ihren hochgerüsteten 4x4-Wohnmobilen vorbehalten war, mehr als die klassische Gas-Technologie.
Auch funktioniert Dieseltechnik – im Vergleich zu Gastechnik – nicht ohne Strom! Der zündträge Dieselkraftstoff muss erst elektrisch aufgeheizt werden, um zu brennen.

Problematisch ist Diesel auch beim Betrieb in sehr kalten Regionen. Dieselkraftstoff "sulzt" bei strengem Frost. Chemisch betrachtet bilden sich dabei Paraffinkristalle, die den Kraftstofffilter verstopfen.

Nur mit Strom:

Camping-Diesel-Koch- und Heizsysteme funktionieren niemals ohne ausreichende Stromversorgung! Erschwerend kommt hinzu: Diesel-Heizsysteme sind wahre Stromfresser!

Energiekonzepte nach Reisetyp

Energieversorgung auf dem Campingplatz

Die Energieversorgung sollte auf einem europäischen Campingplatz kein Problem darstellen. Wer ein ausreichend langes Stromkabel und den notwendigen CEE-Stecker, am besten auch einen 230 V-SCHUKO-Adapter, dabei hat, hängt schon 'mal am "Landstrom". Kühlschrank und TV-SAT-Anlage funktionieren. Volle Gasflaschen zum Heizen und Kochen hat man sowieso dabei oder tauscht/füllt sie am gutsortieren Campingplatz oder Baumarkt vor Ort – sofern die Anschlüsse im Ausland passen. Entsprechende Vorplanung ist aus diesem Grund ein Muss!

Gasverbrauch:

Der Gasverbrauch von Gasheizungen ist sehr groß, eine Gasflasche beim Wintercamping nach wenigen Tagen leer. Wer viel in der kalten Jahreszeit campt stattet seine Gasheizung mit einem zusätzlichen Elektropaket aus. Auf diese Weise kann mit dem Landstrom vom Campingplatz geheizt werden. Auch der Warmwasserboiler wird dann wahlweise gas- oder strombetrieben.

Was sollte ich beim Wintercamping beachten?

Stromkabel sind mit Kunststoff isoliert. Meist handelt es sich dabei um preisgünstiges PVC. Dieses wird bei Kälte unflexibel. Das Aufwickeln des Stromkabels wird zur Herausforderung. Wintercamper bevorzugen deshalb Stromkabel mit Gummi-Isolierung. Die sind zwar teurer, bleiben aber auch bei niedrigen Temperaturen flexibel und leicht handelbar.

Kabeltrommeln sind praktisch für den Transport langer Stromkabel. Fließt allerdings viel Strom, können sich die auf der Trommel verbliebenen Wicklungen stark erhitzen, was im schlimmsten Fall zu einem Brand führen kann. Kabeltrommeln deshalb vorsichtshalber immer komplett abrollen!

Checkliste für die Energieversorgung auf dem Campingplatz:
  • Stromkabel (30 m)
  • CEE-Stecker
  • SCHUKO-CEE-Adapter
  • Gasflasche(n) (zum Heizen & Kochen)
  • Gasanschluss-Adapter (im Ausland zum Wiederbefüllen der Gasflaschen)

Energieversorgung für Wildcamper und Freisteher

Wer in der freien Natur campt, sofern dies vor Ort erlaubt ist, sorgt sich in erster Linie um Wärme. Denn besser mit leerem Handyakku und hungrig im Dunklen sitzen, als zu erfrieren. Gas ist der übliche Energielieferant, für Globetrotter ist es Diesel.

Problematischer wird es in Sachen Strom, denn ein Landstromanschluss, wie am Campingplatz, findet sich nicht in der Wildnis. Die Problematik in Sachen Strom-Speicherung haben wir zu Anfang des Artikels bereits beleuchtet. Also macht sich der Freisteher seinen Strom selbst. Dazu stehen ihm verschiedene Alternativen mit individuellen Stärken und Schwächen zu Verfügung.

Laden der Bordbatterie mit Hilfe der Lichtmaschine des Fahrzeugmotors

Bei der Fahrt lädt die Lichtmaschine (LiMa) des Fahrzeugmotors dessen Starterbatterie und auch die Zweitbatterie im Wohnblock. Das war zumindest bis vor Kurzem so. Die LiMa lieferte immer "full power" sobald der Fahrzeugmotor lief.

Moderne Fahrzeuge (Euro 6) verfügen jedoch über eine "intelligente Lichtmaschine" mit einem genau auf die Situation abgestimmten Energiemanagement. Vereinfacht ausgedrückt läuft die LiMa nicht mehr permanent mit, sondern erzeugt aus Umweltschutz- und Treibstoffeinsparungsgründen nur dann Strom, wenn dieser von Verbrauchern "angefordert" wird, z. B. von der eingeschalteten Beleuchtung oder der Klimaanlage des Fahrzeugs. Die externe Zweitbatterie des Wohnblocks ist dem Steuergerät der Lichtmaschine vollkommen unbekannt. D. h. die LiMa lädt die Bordbatterie freiwillig nicht auf!

Was ist die Lösung dafür?

Ein Ladebooster gaukelt dem Steuergerät der LiMa des Basisfahrzeugs einen Energiebedarf vor und animiert sie damit kräftig Dienst zu tun. Auf diese Weise entsteht genug Strom um die Zweitbatterie des Wohnabteils zu laden. Wohnmobil-Hersteller bauen solche Ladebooster inzwischen automatisch ein.

Sicherheitshinweis für Selbstausbauer: Ladebooster verlangen für den Laien überraschend dicke Stromkabeldurchmesser. Das ist nur etwas für Profis! Bei Montagefehlern durch Hobbybastler drohen Kabelbrand und ein selbstverschuldeter Komplettverlust des Fahrzeugs. Keine Versicherung der Welt wird für den Schaden aufkommen.

Laden der Bordbatterie mit Hilfe von Landstrom

Freisteher, die nicht viel herumfahren, bekommen die Bordbatterie alleine durch die Lichtmaschine des Motors möglicherweise nicht voll. Ein kompletter Ladevorgang dauert ca. drei Fahrstunden. Natürlich könnte man (zur Not) den Motor im Stand laufen lassen, um die Zweitbatterie zu laden, was jedoch ökologisch bedenklich wäre.

Besser ist es ein Stromkabel und sowohl CEE- als auch SCHUKO-Stecker dabei zu haben. So kann man an öffentlichen und/oder privaten Stellen Landstrom zapfen und auf diese Weise die Bordbatterie elegant aufladen. Wer freundlich fragt und einen Beitrag für die Kaffeekasse (z. B. an einer Tankstelle oder einem Restaurant, wo man auch essen geht) da lässt, kann allerorts mit Hilfsbereitschaft rechnen.

Spannungs-Wechselrichter:

Hängt das Wohnmobil an Landstrom wird nicht nur die Bordbatterie geladen, es steht auch 230 V-Spannung zu Verfügung. Ohne Landstromanschluss kann man mit Hilfe von Wechselrichtern die 12 V des Bordnetzes auf 230 V hochtransformieren und entsprechende Elektrogeräte betreiben.

Die Preisspanne bei solchen Wechselrichtern ist enorm. Einfache Baumarktmodelle für 50 € erzeugen eine "rechteckige Sinuswelle", maximal eine "sinusähnliche". Die Problematik dabei ist nicht aus 12 V 230 V zu machen, sondern aus dem Gleichstrom der Batterie dem Landstrom ähnlichen Wechselstrom. Eine "rechteckige Sinuswelle" billiger Wechselrichter kann die Elektronik empfindlicher Geräte (Smartphone, Tablet, Laptop, etc.) zerstören.

Spannungswandler, die eine "saubere" (glatte) Sinuswelle erzeugen und sich auch für sensible Verbraucher eignen, kosten deutlich mehr Geld. 1.000 € sind bei entsprechender Leistung schnell erreicht.

Unser Tipp:Technisch unproblematisch und wesentlich billiger sind 12 V-Adapter, evtl. mit zusätzlichen USB-Buchsen, um die elektronischen Alltagsbegleiter aufzuladen.

Laden der Bordbatterie mit Hilfe von Solarzellen

Wer absolut autark sein möchte oder Gegenden bereist, in denen es nicht einmal Landstrom gibt, der setzt gerne auf Solartechnologie. Einmal installiert ist dieses Stromerzeugungssystem wartungsfrei. Problem: Immer dann, wenn besonders viel Energie gebraucht wird (im kalten, düsteren Winterhalbjahr), ist die Energieausbeute von Solarzellen besonders gering. Wenn diese anders herum im Sommer Hochleistung bieten, ist der Energiebedarf des Campers von geringem Ausmaß. Ein Teufelskreis.

Solarzellen richtig ausrichten:

Nur optimal zur Sonne ausgerichtete Solarzellen bringen die volle Leistung. Mobile Solarzellen sind deshalb mitunter die bessere Lösung als fest auf dem Fahrzeugdach installierte Panels.

Ermitteln Sie Ihren täglichen Energiebedarf und stimmen sie darauf die Dimensionen Ihrer Solaranlage ab! Sorgen Sie dabei für genügend Reserven, denn nur selten erreichen Solarzellen die volle, vom Hersteller angegebene Ausbeute. Schon eine geringe Bewölkung reduziert deren Leistung.

Es ist in der Praxis schwer den Strombedarf alleine über Solarzellen zu decken. Sehen Sie diese eher als unterstützende Ergänzung zu anderen Ladesystemen!

Laden der Bordbatterie mit Hilfe eines Notstromaggregats

Verhältnismäßig preiswert (Gute Modelle gibt es schon für unter 500 €), von handlichen Abmessungen und sehr effektiv sind benzinbetriebene Notstromaggregate. Sie liefern 230 V und laden damit die Bordbatterie bzw. lassen sich direkt mit dem Stromverbraucher verbinden. Für Wohnmobilisten, die lange an einem Ort ohne Landstromanschluss stehen, eine sinnvolle Option. Nachteilig ist die Lärm- und Abgasbelästigung. Letztere lässt sich durch spezielles Benzin reduzieren.

"Geruchsfreies" Benzin für das Notstromaggregat:

"ASPEN 4" (5 l kosten ca. 20 €) ist ein Kraftstoff für Viertaktmotoren und weitgehend frei von Schadstoffen wie Benzol und anderen aromatischen Kohlenwasserstoffen. Damit "stinkt" das Notstromaggregat nicht mehr und auch andere schädliche Emissionen werden reduziert. Das dient nicht nur der Umwelt, sondern auch der Motorlebensdauer.

Laden der Bordbatterie mit Hilfe einer Brennstoffzelle

EFOY Brennstoffzelle eingebaut

Brennstoffzellentechnologie gilt als zukunftsweisend, obwohl die Brennstoffzelle als solche bereits 1838 erfunden wurde. Christian Friedrich Schönbein bemerkte eine elektrische Spannung, als er zwei Platindrähte in verdünnter Schwefelsäure mit Wasserstoff bzw. Sauerstoff umspülte.

Wie funktionieren Brennstoffzellen?

Brennstoffzellen sind technisch betrachtet galvanische Einheiten. Ein Brennstoff wird zugeführt, im Campingbereich Methanol. Methanol ist ein einfacher Alkohol. Mit Hilfe eines Oxidationsmittels entsteht in der Brennstoffzelle elektrische Energie. Für Chemiker: die Umkehrung der Elektrolyse.

Abfallprodukte dieser Technologie sind Kohlenstoffdioxid (CO2), harmloses Wasser (H2O) und Wärme, welche nach außen abgeleitet wird oder, wenn die Brennstoffzelle z. B. in der Garage des Wohnmobils betrieben wird, zu Heizzwecken. Das System arbeitet geräuschlos.

Brennstoffzellen sind keine Energiespeicher, sondern Energiewandler.

Die Firma EFOY stellt solche Brennstoffzellen her. Sie sind (Modell: EFOY 80 BT) verhältnismäßig klein (L x B x H 448 x 198 x 275 mm), leicht (unter 10 kg) und leisten 40 W.
Für eine Kilowattstunde benötigt die Brennstoffzelle 0,9 Liter Methanol. Bei einer täglichen Versorgung der Bordbatterie mit 80 bis 210 Amperestunden sollten laut Herstellerangaben 10 Liter Methanol etwa einen Monat lang reichen.

Energieausbeute erklärt:

Um sich die Energieausbeute besser vorstellen zu können: 10 l Methanol verfügen über eine Kapazität von 11,1 kWh Energie. Das entspricht der Leistung von ca. 280 kg Blei-Gel-Batterien, um dieselbe Energiemenge bereit zu stellen.

Die EFOY 80 BT Brennstoffzelle wiegt leichte 8,4 kg. Und kostet "schwere" 2.500 €.

Checkliste Stromversorgung Freisteher

Stromversorgungs-Checkliste für Freisteher:
  • Bordbatterie mit Ladebooster (Der Einbau ist nichts für Laien!=
  • Stromkabel (30 m)
  • CEE- und SCHUKO Stecker/Adapter
  • Solarzellen: festinstalliert (praktisch) oder mobil (mehr Bedienaufwand dafür höherer Output)
  • Notstromaggregat (benzinbetrieben)
  • Brennstoffzelle (sehr hoher Preis)

Lithiumbatterien - Camper's best?

Lithiumbatterien halten in immer mehr Wohnmobilen Einzug. Dass sie auslaufsicher und wartungsfrei sind, wäre kein Alleinstellungsmerkmal. Bedeutender für den Camper ist die Tatsache, dass Lithium-Akkus sowohl die Entnahme von hohen Strömen vertragen und außerdem bis auf die letzte Amperestunde genutzt werden können. Tiefentladung stellt also kein Problem dar. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Wohnmobil-Batterie genügt deshalb schon oft die halbe Ah-Kapazität. Das spart richtig viel Gewicht. Und auch Zeit! Denn eine Lithiumbatterie kann viel schneller geladen werden als eine herkömmliche Bleibatterie.

Fazit


Ohne Energie läuft nichts. Doch macht gerade dies für viele Menschen einen großen Teil des Campingvergnügens aus. Nicht wie daheim über schier unendliche Energieressourcen verfügen zu können kann entschleunigend und entspannend wirken. Gas ist ein bewährter Camping-Energielieferant. Weltenbummler orientieren sich aus "Kompatibilitätsproblemen" der verschiedenen Anschluss- und Befüllsysteme dagegen eher in Richtung Diesel. Solartechnik zur Stromversorgung ist in erster Linie für Freisteher wichtig. Die Brennstoffzelle ist ein teurer Exot. Ein preiswerteres Kraftwerk ist das althergebrachte Notstromaggregat.

FAQ

Die häufigsten Fragen zum Ratgeber 'Energieversorgung im Wohnmobil: Power-Quellen zwischen Wildnis und Campingplatz'

Wie beheize ich mein Wohnmobil am besten?

Am einfachsten, weil seit Jahrzehnten bewährt, mit Gas. Für Dauer-Campingplatzbesucher, also wenn Landstrom verfügbar ist , empfiehlt sich ein zusätzliches Elektro-Heizpaket. Weltenbummler setzen auf Diesel-Heiztechnologie.

Mit welchem Brennstoff koche ich in meinem Wohnmobil?

Die allermeisten Wohnmobils sind auf Gas ausgelegt. In Europa ist die Versorgung gesichert, wenn man Vorsorge im Sinne von unterschiedlichen Befüll- und Anschlussadaptern betreibt und diese mitführt. Weltenbummler setzen auch hier auf Diesel-Technologie.

Ich bin Weltreisender. Wie sichere ich meine Energieversorgung?

Diesel als Brennstoff für Heizung und Küche. Strom über Zweitbatterie mit Ladebooster und Solarpanel auf dem Dach. LPG (in festinstalliertem Tank oder Tankflasche) ist in vielen Ländern eine preiswerte und sehr praktische Energie-Alternative.

Ich bin Campingplatz-Freund. Wie sichere ich meine Energieversorgung?

Gasflaschen gibt es zum Tauschen und Kaufen auf jedem gutsortierten Campingplatz. Ein Landstromanschluss sorgt für die elektrische Power. Alles was Sie mitbringen müssen ist ein CEE-Stromkabel in ausreichender Länge. Die Redaktion empfiehlt mindestens 30 Meter, um flexibel in der Stellplatzauswahl zu sein.

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