Interview mit Bertrand Fichter von park4night - der beliebtesten Stellplatz-App

Bertrand Fichter ist der Erfinder und CEO der führenden Stellplatz-App park4night. Im Interview mit womoo.de erzählt Bertrand, wie er auf die Idee kam park4night zu entwickeln, wie sich park4night seitdem entwickelt hat und welche Arbeiten im Hintergrund stattfinden. Außerdem erklärt er uns, wie park4night mit der steigenden Anzahl von Campern und den daraus resultierenden Folgen für die Stellplätze umgeht. Schließlich beantwortet Bertrand uns in einer Schnell-Fragerunde unter anderem, wann er zum Camping gekommen ist, welche Reise ihn am meisten beeindruckt hat und welches Fahrzeug sein erster Camper war.

Du kennst park4night noch gar nicht? Hier kannst du park4night runterladen:
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Hallo Bertrand! Vielen Dank, dass du heute Zeit für das Interview gefunden hast!
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Kannst du uns kurz erzählen, wann und wie Du auf die Idee für park4night gekommen bist und was Dein Ziel bei der Entwicklung der App war?
Bertrand
Als ausgebildeter Software-Entwickler habe ich mit der Entwicklung der App vor mittlerweile 11 Jahren zunächst alleine begonnen. Als ich mir 2006 meinen ersten Van gekauft hatte, gab es keinerlei Apps oder Anwendungen, in denen man Stellplätze speziell für Wohnmobile finden konnte.

Für das Reisen mit dem Van entwickelte sich für mich also das Bedürfnis für eine App, in der ich Stellplätze teilen und verwalten konnte. Damals war es kompliziert, einen Platz zum Übernachten, Picknicken oder einfach nur für eine Rast zu finden. Oft saß man bei der Suche nach einem geeigneten Platz 2 Stunden lang im Van und recherchierte.

Daher hat sich park4night ein bisschen “von alleine” entwickelt, da ein guter Stellplatz ein Grundbedürfnis für jeden Camper ist. park4night bedient also einfach ein Grundbedürfnis, das jeder Van- und Wohnmobil-Reisende hat. Deshalb mussten wir auch nie Werbung machen.

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War park4night also die erste Stellplatz-App die es gab?
Bertrand
Damals, 2006, gab es bereits die deutsche App "Pro Mobil", in der Campingplätze enthalten waren. Diese hat mir bei meinen ersten Van-Reisen jedoch nicht weitergeholfen, weil es eine App ist, in der ausschließlich Campingplätze empfohlen werden.
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Wie hat sich park4night seitdem entwickelt? Mit wie vielen Personen arbeitet ihr heute an der App?
Bertrand
Nachdem ich alleine begonnen habe, kam mein Geschäftspartner Luic relativ schnell - bereits nach einem Jahr - dazu. Inzwischen arbeitet ein Team von 17 Personen an der Moderation. Dazu kommen noch etwa 10 - 15 ehrenamtliche Mitarbeiter.
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park4night ist mit etwa 2,7 Millionen Usern eine der beliebtesten Stellplatz-Apps und umfasst inzwischen 135.000 Stellplatz-Einträge. Kannst Du etwas darüber verraten, was euer Tagesgeschäft ist?
Bertrand
Es gibt in diesem Bereich sehr, sehr viele Dinge zu tun. Ich selber kümmere mich vertieft um die Entwicklung der App. Mein Geschäftspartner Luic kümmert sich um all die Tools, die es uns ermöglichen, die Qualität der App und der Stellplatz-Einträge zu sichern, wie die Verifizierung der Stellplätze und die Moderation.
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park4night lebt davon, dass die User selber neue Stellplätze melden können. Wie geht ihr bei der Verifizierung und Qualitätssicherung neuer Stellplätze vor?
Bertrand
Die Verifizierung beinhaltet viele einzelne Schritte: Wenn die Leute einen neuen Stellplatz anlegen, haben sie zunächst verschiedene Auswahlmöglichkeiten bezüglich der Ausstattung des Stellplatzes. Je nachdem was die Nutzer hier angeben, haben wir einen ersten Eindruck, was vor Ort ist.

Wir versuchen dann auch mit den Menschen vor Ort zu arbeiten. Daher kontaktieren wir in manchen Fällen die Gemeinden oder die Personen vor Ort, wie bspw. die Platzwarte oder Betreiber. Wir versuchen eine enge Verbindung mit diesen Menschen vor Ort zu halten, um Rückmeldungen zu bekommen, wie sich die Camper vor Ort verhalten oder hinstellen sollen. Diese Informationen fließen dann auch in die Angaben in der App ein.

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Du hast eben von ehrenamtlichen Mitarbeitern gesprochen. Wie genau bindet ihr diese bei der Verifizierung der Stellplätze ein?
Bertrand
Ja genau. Wir möchten Leuten, die Lust haben sich ehrenamtlich einzubringen, die Möglichkeit geben, an der Verifizierung mitzuarbeiten. Hierbei differenzieren wir jedoch nochmal etwas. Ehrenamtlich Mitarbeiter können sich um einfache Tätigkeiten und unkomplizierte Stellplätze kümmern, bei denen es keine großen Schwierigkeiten gibt. Und dort, wo es komplizierter ist, haben wir ein ausgebildetes, “professionelleres” Team, das wichtigere Entscheidungen trifft, wenn beispielsweise Personen vor Ort kontaktiert werden müssen oder Probleme auftreten.
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Im Vergleich mit anderen Stellplatz-Apps ist park4night – jedenfalls in der kostenfreien Basisversion – recht überschaubar gehalten. Bei den Stellplatz-Merkmalen stehen Gebühren für Stellplatz und Dienstleistungen, Anzahl der Stellplätze sowie die Öffnungszeiten zur Auswahl. Sind weitere Entwicklungen der Website oder App in Planung oder seid ihr zufrieden mit dem aktuellen Stand?
Bertrand
Meiner Meinung nach hängt das von den Bedürfnissen der Reisenden ab. Ich für meinen Teil bin zufrieden. Grundsätzlich sind wir immer daran interessiert, die App zu verbessern.
Allerdings ist es nicht immer ganz einfach, Dinge zu verändern, wenn die Nutzer mit dem System grundsätzlich zufrieden sind. Große Veränderungen zwingen die Nutzer auch dazu, sich auf neue oder veränderte Funktionen einzulassen. Hier muss man achtsam sein, was und wieviel man verändert. Verändert man ein – an sich gut funktionierendes – System, läuft man Gefahr, die Nutzer zu überfordern.

Unsere Website ist inzwischen sehr alt, weshalb wir gerade dabei sind, diese vollständig zu überarbeiten. In der Tat ist es derzeit eine große Baustelle, diese neu aufzusetzen, um auch hier die App besser präsentieren und unsere Message besser rüberbringen zu können.

Wir hatten eigentlich nie die Zeit, wirklich neue Ziele zu fixieren und streben auch nicht danach, dass die User-Zahlen exponentiell steigen. Wir sind zufrieden mit dem aktuellen Stand der App.

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Andere Apps sind teilweise mit wesentlich umfangreicheren Funktionen ausgestattet. Bei der Vorbereitung des Interviews habe ich einen Vergleich von 12 verschiedenen Stellplatz-Apps gelesen, in dem viele verschiedene Funktionen aufgeführt wurden. Plant ihr weitere Funktionen in der App?
Bertrand
Meine Vision von park4night ist, dass es ein praktisches Werkzeug ist, das einem hilft, schnell und unkompliziert einen Stellplatz zu finden. Weitere Funktionen sind für mich daher nicht zwingend notwendig. Bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich meist keinen genauen Zielort festlege und auch keine konkrete Route vorbereite, bevor ich losfahre. Wenn ich dann irgendwo ankomme, kann ich mit der App schnell und unkompliziert einen schönen Ort zum Ausruhen und/oder übernachten finden. Wenn ich weiß, dass ich eine längere Strecke vor mir habe, dann kann ich vorab schauen, wo ich Ver- und Entsorgen kann, falls es erforderlich wird.
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Teilweise gibt es Camping-Apps mit Chat-Funktion, mit der sich die Nutzer untereinander austauschen können oder die Möglichkeit, Routen mit guten Stellplätzen zu teilen. Wie denkst du darüber?
Bertrand
Ich sehe park4night nicht als Soziales Netzwerk. Das spiegelt sich beispielsweise auch in den Bildern der Stellplätze wider, die hauptsächlich “technische” Fotos sind, die den Ort, den Stellplatz oder die Service-Einrichtungen wie die Wasserver- und Entsorgung präsentieren. Es geht nicht darum, schöne Urlaubsfotos zu zeigen, sondern einen Eindruck vom Stellplatz mit seinen Ausstattungsmerkmalen und Besonderheiten zu geben.

Auf diese Weise versuchen wir auch, den Datenverkehr zu beherrschen: Eine Website braucht enorm viel Energie und Speicher für die Ausstattung, den Server und den Datenaustausch. Wenn viele Leute große Bilder hochladen, muss sichergestellt sein, dass die Seite nicht überlastet wird. Daher denken wir, dass zu viele Funktionen und Bilder nicht dem Zweck der App entsprechen und versuchen daher Bilder und Funktionen auf das notwendige Maß zu begrenzen.

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Was ist deiner Meinung nach der größte Vorteil von park4night gegenüber anderen Stellplatz Apps?
Bertrand
Meiner Meinung nach, ist der Vorteil der App, dass ihre Funktionalitäten ganz klar sind und sie somit die essentiellen Nutzer-Bedürfnisse befriedigt. Bei meinen Projekten versuche ich immer, klare Lösungen für Probleme zu finden. Als Entwickler gebe ich den Nutzern immer auch ein Versprechen, dass sie mit dem Herunterladen der App, genau das bekommen, was sie erwarten.
In ein oder zwei Jahren können sich die Nutzer-Bedürfnisse vielleicht ändern, aber momentan sind wir zufrieden mit dem Zustand der App.
womoo.de
Betreibst Du park4night hauptberuflich oder gibt es noch weitere, ähnliche Projekte im Bereich Camping & Caravaning, an denen Du beteiligt bist?
Bertrand
Derzeit sind wir in der Tat vollständig mit dem Betrieb von park4night beschäftigt. Es hat etwa 8 Jahre gedauert, park4night so zu entwickeln, dass wir davon leben können.
Die Nutzerzahlen der bezahlten Version sind sehr variabel. Da die Nutzer zwischen einem monatlichen und einem jährlichen Abonnement wählen können, variiert die Zahl der Abonnenten je nach Saison.

In der Hauptsaison steigt die Zahl der Abonnenten um etwa 100.000 - 110.000 Abonnenten. Das ist gut, weil es in der Nebensaison viele Leute gibt, die ihr Abonnement kündigen, so dass es dann insgesamt weniger Abonnenten gibt. Diese Schwankungen sind aber normal und wir rechnen auch mit ihnen.

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Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Zahl der Menschen, die unabhängig mit dem Wohnmobil reisen, sprunghaft angestiegen. Aber auch in der Zeit vor der Pandemie wurde Wohnmobil-Reisen oder Van-Life immer beliebter. Spiegelt sich dieser Trend in den Nutzerzahlen wider?
Bertrand
Natürlich gibt es seit Beginn der Pandemie ein Anstieg von Nutzern, was für uns natürlich eine positive Entwicklung ist. Auf der anderen Seite sind die Nutzerzahlen auch nicht explodiert. Es ist vielmehr eine Entwicklung, die wir bereits vorhergesehen hatten.
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Siehst Du park4night als "Pandemie-Gewinner"?
Bertrand
Die Frage, ob park4night ein Gewinner der Pandemie ist, lässt sich nicht so leicht beantworten. Es gab viele Menschen, die plötzlich auf die App aufmerksam geworden sind, weil man nicht mehr wie gewohnt reisen konnte.

Die Rückbesinnung auf das Wohnmobilreisen war vielleicht eine Art Zuflucht, um in Zeiten der Pandemie überhaupt reisen zu können. Es war die einzige Möglichkeit, sich etwas für die Ferien zu reservieren, von dem man quasi sicher war, dass es klappt.
Zudem haben sich die Menschen auf kurze Entfernungen und nahe gelegene Ziele zurückbesinnt, um Ferien zu machen. Aus diesen Gründen sind Reisen mit dem Wohnmobil momentan die sicherste Art, Urlaub zu machen.

Ich denke das wird auch noch eine Weile so bleiben und erst dann wieder zurückgehen, wenn andere Reise-Optionen (Flug-Reisen etc.) wieder leichter möglich sind.

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Hat sich die Pandemie noch anders auf park4night ausgewirkt?
Bertrand
Ich denke, wir haben in der Pandemie eine Menge Dinge gelernt. Durch die unwahrscheinliche Situation wurden große Zuwächse generiert. Mit der Schließung der Grenzen und den Reisebeschränkungen in 2020 wurde ein Verhalten generiert, mit dem wir nicht rechnen konnten. Der letzte Sommer war für uns dagegen viel ruhiger, weil der Sommer 2020 komplett verrückt war.
Bertrand
Die Situation war auch noch von anderen Umständen abhängig. Zum Beispiel hatten wir in Frankreich eine Reisebeschränkung von 100 km um den Wohnort. Für den Tourismus war das verrückt, weil es beispielweise im Umkreis von 100 km um Paris nur sehr wenige Orte gibt, an die die Menschen reisen konnten. Dadurch waren einige überwältigende Orte, kleine Seen oder andere Orte, an die sonst nie jemand gefahren ist, völlig überlaufen. Alle sind auf einmal an dieselben Orte gefahren. Das war schon eine verrückte und ungewohnte Situation.
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Die steigende Anzahl an Campern und der Trend zum Van-Life hat leider auch negative Folgen: Immer öfter werden Stellplätze von Campern vermüllt und dreckig hinterlassen. In der Folge werden diese oft geschlossen bzw. erhalten schlechte Bewertungen. Gleichzeitig leidet dadurch der Ruf der Wohnmobilisten.
In der park4night-App gibt es bereits "Die Charta des verantwortungsbewussten Reisenden in Wohnmobilen und umgebauten Lieferwagen". Dennoch besteht der "Vorwurf", dass durch park4night unbekannte Plätze überbeansprucht werden, was teils dazu führt, dass Sperrzonen für Wohnmobile entstehen. Wie stehst Du zu dieser rasanten und massiven Entwicklung? Und was hältst Du von dem Vorwurf gegenüber park4night?
Bertrand
Das muss man differenziert betrachten. Bei park4night sind heute etwas mehr als 210.000 Orte registriert. Von diesen 210.000 sind etwa 40.000 mitten in der Natur auf der ganzen Welt.
Ich bin seit 2006 mit dem Van unterwegs und bereits zu dieser Zeit hat man in Städten und Gemeinden darüber gesprochen, Stellplätze für Vans und Wohnmobile zu schließen.

Die Probleme, über die heute gesprochen wird, waren also schon damals vorhanden. Heute sucht man bloß jemanden, auf den man mit dem Finger zeigen kann.

Natürlich ist park4night eine sehr beliebte App. Aber objektiv betrachtet, ist es doch so, dass es schon immer Leute gab, die Plätze schmutzig hinterlassen und die dafür eine Ausrede hatten. Auf der anderen Seite verhält sich der Großteil der Camper richtig und verantwortungsvoll.

Bertrand
Das Problem ist der Maßstab: Bei 100 Personen, die dieselbe Sache machen, fallen zwei Personen, die sich nicht richtig verhalten, nicht so sehr ins Gewicht. Hat man aber 100.000 Leute, die die gleiche Sache machen, dann sind es nicht mehr zwei sondern 2.000 Leute, die sich falsch verhalten. Dadurch stechen die Leute, die schlechtes Verhalten an den Tag legen, natürlich viel mehr hervor.

Wie das Verhältnis von “guten” zu “schlechten” Campern genau ist, kann ich natürlich nicht sagen. Aber im Grundsatz besteht das Problem unabhängig von den exakten Zahlen. Durch die stark steigende Anzahl an Campern in den letzten Jahren ist das Problem, dass es auch Camper gibt, die sich nicht richtig verhalten, einfach präsenter geworden.

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Beeinflussen die Vorwürfe die Entwicklung von park4night?
Bertrand
Natürlich beeinflussen diese Vorwürfe auch unsere Entscheidungen bei park4night. Es bestärkt uns darin, verantwortungsbewusstes Reisen weiter zu bewerben und "Die Charta des verantwortungsbewussten Reisenden" weiter zu entwickeln und bekannter zu machen, aber auch, bestimmte technische Entscheidungen für die App zu treffen.

Zum Beispiel haben wir die Möglichkeit, einen Teil der Orte in der App zu blockieren, wenn unüberwindbare Probleme auftreten.

Bertrand
Diese neue Funktion hat auch mit dem Anstieg der Wohnmobil-Reisenden insgesamt zu tun. Als uns der Anstieg der Reisenden vor etwa 5 Jahren bewusst wurde, haben wir die Möglichkeit entwickelt, dass Stellplätze von uns auch abgelehnt werden können. So können wir Stellplätze, die wir heute noch akzeptieren später auch wieder aus der App entfernen, wenn es dort Probleme gibt. Wir evaluieren die Stellplätze auch laufend und prüfen, ob sich etwas verändert hat oder es unschöne Entwicklungen gibt.
womoo.de
Wie haben die Nutzer darauf regaiert, wenn auf einmal ein Stellplatz gelöscht oder abgelehnt wurde?
Bertrand
Seit Einführung dieser neuen Funktion beschweren sich natürlich auch viele Nutzer, wenn ein Stellplatz entfernt oder abgelehnt wird. Aber wenn sich die Rahmenbedingungen für die Aufnahme eines Stellplatzes ändern, können wir daraus die Konsequenzen ziehen. Manchmal führen Dinge, die wir früher bei einem Stellplatz akzeptiert haben, heute dazu, dass wir diesen ablehnen müssen.

Zu einem anderen Zeitpunkt können wir die blockierten Stellplätze vielleicht auch wieder aufnehmen. Je nachdem, wie die Bedingungen dann sind. Wir möchten immer auf dem aktuellen Stand sein und hören uns laufend um, ob und was sich auf den Stellplätzen verändert. Bei Stellplätzen, bei denen wir merken, dass bestimmte Dinge immer wieder schief laufen und es deshalb Schwierigkeiten vor Ort oder bei den Campern gibt, reagieren wir und entfernen diese im Zweifel aus der App.

womoo.de
Die Idee mit der Charta ist sehr gut. Wie wichtig ist die Charta für euch?
Bertrand
Eine weitere technische Entscheidung war es, dass man für einige ausgewählte Orte ein Konto erstellen und die Charta unterzeichnen muss, damit diese freigeschaltet werden können. Für und ist es wichtig, dass alle unsere Handlungen im Einklang mit der Charta stehen. Dabei lernen wir auch aus den unterschiedlichen Situationen und entwickeln unsere Moderationsregeln laufend weiter, sodass wir bis heute schon viele Dinge verbessern konnten.
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Werden die Informationen zu den Stellplätzen regelmäßig aktualisiert?
Bertrand
Eine Sache, die es uns oft schwer macht, bei den Stellplätzen auf dem Laufenden zu sein ist, dass die Nutzer geschlossene Stellplätze oder Probleme vor Ort nicht direkt in der App oder per E-Mail an uns sondern in den sozialen Netzwerken melden. Das ist für uns schwer nachvollziehbar, weil wir in der App technische Möglichkeiten eingebaut haben, die es den Nutzern ermöglichen, Probleme direkt zu melden. Wir sind wirklich immer sehr aufmerksam dabei, Probleme frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.

Wird zum Beispiel gemeldet, dass an einem neuen Stellplatz ein Anwohner gestört wird oder ähnliches, dann reagieren wir darauf, indem wir den Stellplatz wieder aus der App entfernen. Kann z.B. der ansässige Bauer mit seinem Traktor nicht mehr wenden, weil er durch parkende Wohnmobile blockiert wird, dann reagieren wir darauf, versuchen das Problem zu lösen und entfernen den Stellplatz zur Not auch wieder aus der App.

Bertrand
Wir sehen das als unsere Verantwortung auch gegenüber den Menschen vor Ort. Oft melden sich die Gemeinden oder Betreiber vor Ort bei uns. Sie freuen sich in der Regel über die Diskussion und den partnerschaftlichen Austausch. Dadurch ist auch die Basis für eine gute Zusammenarbeit gegeben. Die Gemeinden wissen, dass sie uns kontaktieren können, wenn es ein Problem mit einem Stellplatz gibt, den wir aufgenommen haben.

Dann können wir uns abstimmen, welche Schritte man unternehmen kann oder ob der Stellplatz wieder aus der App entfernt werden sollte. Wir vermitteln den Gemeinden auf diesem Wege, dass es genauso unser Ziel ist, dass die Leute auf die offiziellen Stellplätze kommen und sie ihre Wohnmobile nicht "wild" abstellen.

Dadurch schaffen wir es, dass alle Beteiligten sich wohl fühlen.

womoo.de
Das klingt sehr gut und ist ja auch im Interesse von uns Wohnmobilisten!
Bertrand
Genau, die Camper fühlen sich in den Orten willkommen und die Anwohner fühlen sich nicht gestört, sondern profitieren in der Regel auch von den Reisenden.

In unseren Augen ist es daher auch nicht sinnvoll, Orte in die App aufzunehmen oder zu behalten, die ständig Probleme verursachen. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen weiß ich, dass man als Reisender wirklich nicht daran interessiert ist, in Auseinandersetzungen zu geraten. Man möchte ja auch eine entspannte Reise haben.

Bertrand
Daher wünsche ich mir von den Nutzern der App, dass sie jegliche Probleme direkt und konkret in der App an uns melden. Damit und durch die enge Zusammenarbeit mit den Beteiligten vor Ort gelingt es uns sehr gut, mit der großen Anzahl an Reisenden so umzugehen, dass alle Beteiligten mit dem Ergebnis glücklich sind.
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Zum Abschluss haben wir noch eine kleine “Schnell-Fragerunde” mit etwas persönlicheren Fragen vorbereitet:

FAQ

Die häufigsten Fragen zum Ratgeber 'Interview mit Bertrand Fichter von park4night - der beliebtesten Stellplatz-App'

Bist Du mit dem Reisen im Wohnmobil aufgewachsen oder seit wann bist Du mit dem mit dem Van unterwegs?

Meinen ersten Van habe ich 2006 gekauft.

Freistehen, Stellplatz oder Campingplatz: wo findet man dich am ehesten?

Ich mache immer ein wenig von allem. Ich habe nicht wirklich Präferenzen, außer dass ich nicht gerne auf zu urbanen Stellplätzen in Städten übernachte. Meistens stehe ich auf Stellplätzen in der freien Natur. Aber wirkliche Vorlieben habe ich da nicht.

Welches Wohnmobil fährst du aktuell und welches war dein erstes Womo?

Mein erster Van war ein VW T4 Transporter in Grün von 1992. Und heute habe ich 3 Kinder, daher haben wir uns ein großes Capucine-Wohnmobil für unsere Reisen angeschafft.

Hast Du einen Lieblings-Stellplatz und wenn ja verrätst Du uns, welchen?

Ja, also wir haben einen Ort, der nicht weit von unserem früheren Wohnort entfernt ist, zu dem wir von Zeit zu Zeit gerne gefahren sind. Aber nun sind wir umgezogen und es ist viel weiter dorthin. Es ist ein kleiner Platz in den Weinbergen der Bourgogne, aber er ist nicht in Park4Night gemeldet :) Es ist kein öffentlicher, sondern ein privater Stellplatz, daher kann er nicht in der App gelistet werden.

Beschreibe in 3 Worten, was Dich am Wohnmobil-Reisen fasziniert.

Die Fahrt/ Reiseroute/ der Weg – das Abschalten können. Beides zusammen – die Route und das Abschalten – führen zu einem Freiheitsgefühl.

Wie sieht ein typischer Wohnmobil-Trip bei Dir aus?

Wir suchen eine Reiserichtung aus und fahren für ein oder zwei Tage los, ohne zu wissen, wo genau wir landen. Wir haben kein genaues Ziel vor Augen und geben uns einfach ein paar Tage, um irgendwo anzukommen. Es ist bei uns einfach nicht durchgeplant.

Welche Reisen hast Du schon mit dem Wohnmobil gemacht und welche war die Beeindruckendste?

2012 waren wir fünf Wochen in Norwegen unterwegs. Das war eine fabelhafte Reise!

Welchen Tipp würdest Du unerfahrenen Wohnmobil-Reisenden vor ihrer ersten Reise mit auf den Weg geben?

Ich würde ihnen sagen, sie sollen die "Die Charta des verantwortungsbewussten Reisenden in Wohnmobilen und umgebauten Lieferwagen" gut lesen.

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