Entsorgung und Versorgungsstationen für Wohnmobile

Versorgung & Entsorgung: Frischwasser, Grauwasser, Schwarzwasser / Toilette & Strom

Mit dem Wohnmobil zu reisen bedeutet, das Gefühl von Freiheit zu genießen, wenn man mag, jeden Tag ein anderes Ziel anzufahren und dennoch so etwas wie seine gewohnte Umgebung – sein rollendes Heim – mit dabei zu haben. Im Prinzip gibt es keinerlei Verpflichtungen: Man hat lediglich ein paar Quadratmeter sauber zu halten, muss keinem ungewollten Besucher die Haustür öffnen, keiner beruflichen Tätigkeit nachgehen (jedenfalls generell nicht!) – de facto gibt es also kein Muss. Wenn da nicht die Ver- und Entsorgung wäre, der wir unseren heutigen Artikel widmen wollen, denn diese ist ein Muss.

Was bedeutet Ver- und Entsorgung?

Entsorgungsstation finden

Ver- und Entsorgung, in einschlägigen Quellen auch kurz VE oder V&E genannt, bedeutet, dass das Wohnmobil von Zeit zu Zeit nicht nur mit dem nötigen Kraftstoff versorgt werden muss, sondern dass man auch das Frischwasser auffüllen muss. Hinzu kommen das Ablassen des Abwassers, auch als Gebrauchtwasser, Grau- oder Schwarzwasser bezeichnet, und natürlich das Entleeren der Bordtoilette. Im weitesten Sinne kann man das Aufladen der Batterie über Landstrom sowie die Müllentsorgung ebenfalls mit einrechnen.
Auf jeder Reise führt man nämlich Frischwasser, Abwasser, „Produkte“ aus den Toilettengängen sowie Abfall verschiedenster Art mit sich.

In der Regel haben Wohnmobile dafür mindestens einen – größere gar zwei – Frischwassertanks, der sowohl die Dusche und das Waschbecken in der Nasszelle als auch das Spülbecken in der Küche, den Warmwasserboiler und die Toilettenspülung versorgt. Hinzu kommt ein Abwassertank – je nach Modell auch hier wieder gelegentlich zwei – wo das benutzte Wasser aufgefangen wird. In einem gesonderten kleineren Auffangbehälter – man kann es ebenfalls Tank nennen – wird der Inhalt aus der Toilette aufgefangen.

Für die Ver- und Entsorgung gibt es spezielle V&E-Stationen an unterschiedlichen Stellen mit verschiedenen Systemen.

Kurze Chronologie der Ver- und Entsorgungsstationen

War es noch vor Jahren schwierig, eine Ver- und Entsorgungsstation für sein Wohnmobil zu finden und beschränkten sich diese auf Campingplätze, so hat im Laufe der Zeit die Anzahl der V&E-Möglichkeiten enorm zugenommen. Das bezieht sich nicht nur auf die Anzahl sondern auch auf die unterschiedlichen Örtlichkeiten sowie die Systeme.

Chemietoilette entleeren im Ausland

Zwar gibt es auch heute noch „mittelalterlich“ anmutende Ver- und Entsorgungsstationen, die aus lediglich einer Abflussrille für das Grauwasser, einem Loch für die Entleerung der Toilette sowie einem Wasseranschluss fürs Frischwasser bestehen, mehrheitlich jedoch überwiegt der „Luxus“ in Form von industriell gefertigten Anlagen.

Mit dem Boom der Wohnmobile hat man nicht nur gemerkt, dass die Wohnmobilisten mehr wollen, sondern auch, dass es sich mit der V&E Geld verdienen lässt. Und so kommt es, dass heutzutage – zig verschiedene Modelle – nicht nur Deutschland sondern europaweit – existieren, von denen zum Leidwesen der Nutzer alle unterschiedlich funktionieren. Am häufigsten sind hierzulande sogenannte Versorgungssäulen anzutreffen, die sowohl die Ver- als auch die Entsorgung und das kurzzeitige Aufladen von Strom vorsehen. Eine wirkliche Auswahl bezüglich der Säulen hat man dabei nicht, denn man muss nehmen, was gerade angefahren wird – oder alternativ zur nächsten Station weiterfahren.

Wo gibt es V&E-Stationen?

Ver- und Entsorgungsstationen findet man vornehmlich auf oder vor Campingplätzen sowie auf Wohnmobil-Stellplätzen. Des Weiteren gibt es sie vermehrt an Raststätten, aber auch an Tankstellen sowie bei Wohnmobilhändlern und Kläranlagen, selten sogar innerörtlich, wobei dann häufig ein oder zwei Übernachtungsplätze mit angeboten werden. Wer partout keine V&E-Station finden sollte, kann es in Yachthäfen probieren.

Die meisten Service-Stationen sind mit einem speziellen Hinweisschild gekennzeichnet. Darauf ist das Piktogramm eines Wohnmobils mit einem Pfeil, der nach unten in eine Art Ablass zeigt, zu sehen.

Tipp: Liste als PDF:

Der DoldeMedien-Verlag – u.a. Herausgeber der Zeitschrift „Reisemobil International“ sowie des „Bordatlas“ – bietet eine Liste als PDF-Datei zum kostenlosen Downloaden, wo nahezu alle Stationen Deutschlands und Europas nach Postleitzahlen sortiert zu finden sind. Anzusehen unter folgendem Link: Download

Wie funktionieren V&E-Stationen?

Servicestation in Frankreich

Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es viele unterschiedliche Stationen. Die einzige Gemeinsamkeit ist die, dass man Frischwasser auffüllen und ein Bodeneinlass fürs Abwasser sowie eine Öffnung für die Fäkalien vorhanden sind. Manchmal kann man auch Strom „tanken“. Zudem stehen in der Nähe meist Mülleimer oder Müllcontainer – idealerweise nach Mülltrennung sortiert. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass man in den vielen Fällen zahlen muss – zumindest für das Frischwasser und den Strom. Last but not least, sollte man bei allen – vor allem bei den neueren und oft komplizierteren – die nicht selten umfangreiche Bedienungsanleitung genau durchlesen.

Aufgrund der Verschiedenheiten können wir im Folgenden keine allgemeingültige, generelle Bedienungsanleitung geben sondern lediglich ein paar zutreffende Aussagen machen:
  • An vielen Stationen muss man für einzelne Leistungen wie etwa Frischwasserentnahme, mittels eines Münzeinwurfes – manchmal sogar auch mit Kreditkarte – bezahlen. Diese Automaten schlucken in der Regel 10-Cent- oder 1-Euro-Stücke. Daher haben erfahrene Wohnmobilisten stets einen größeren Vorrat an Münzen in ihrem Wohnmobil.
  • Sämtliche Instruktionen im Bereich der Ver- und Entsorgungs-Station sollten unbedingt genauestens durchgelesen werden, um vor bösen Überraschungen gefeit zu sein.
Tipp:

Die Stationen können auf Dauer nur funktionieren und existieren, wenn jeder mit den vorhandenen Möglichkeiten sorgsam umgeht und den Platz sauber hinterlässt.

Welche Tanks besitzt Wohnmobil?

Wichtig ist zu wissen, welche und wie viele Tanks das jeweilige Wohnmobil besitzt und vor allem, wo dieser zu finden ist beziehungsweise wo sich der passende Hebel zum Ablass befindet. Die meisten Wohnmobile haben zwei (die Toilettenkassette nicht mit eingerechnet), andere drei, ganz große sogar vier Tanks. In keinem Fall darf man die Tanks verwechseln oder in die falsche Öffnung entleeren. Daher hier eine kleine „Tank-Kunde“, damit man weiß, welches Wasser in welchem Tank ist.

Frischwasser auffüllen

Der Frischwassertank

In diesem Tank befindet sich das Frischwasser, das über die Dusche, die Waschbecken in Bad und Küche, über den Warmwasserboiler und über die WC-Spülung verwendet wird. Je nach Modell umfassen die Frischwassertanks zwischen 100 und 200 Liter. Befüllt wird es ausschließlich mit frischem Wasser aus dem dafür vorgesehenen Hahn. Um Keim- und Algenbildung zu verhindern, gibt es unterschiedliche Zusatzmittel oder den alten Trick mit der Silbermünze.

Befüllt wird der Frischwassertank von außen. Während des Winters sollte er trockengelegt werden, wenn man nicht fährt. Daher gibt es einen Ablasshahn. Dieser liegt je nach Wohnmobil-Modell an unterschiedlichen Stellen.

Der Grauwassertank

Grauwasser Entsorgung

Im Grauwassertank wird das Wasser aus Spül- und Waschbecken sowie aus der Dusche gesammelt. Der Tank selber befindet sich unter dem Wohnmobil. Der Ablass wird durch einen Schieber oder einen Hahn aktiviert.

Der Schwarzwasser-/Fäkalientank

„Schwarzwasser“ ist eine nicht allgemein bekannte Bezeichnung, die das Abwasser aus der Toilette meint. Bei den meisten Wohnmobilen handelt es sich um die Kassette, die unter der Toilette liegt und die Fäkalien aufsammelt. Es gibt jedoch auch andere Systeme.

So wird richtig ver- und entsorgt

Fäkalien entleeren

Chemietoilette leeren

Auch hier hat sich im Laufe der Jahre einiges geändert: Es gibt Festtank-Toiletten, Zerhacker, Verbrennungseinrichtungen, die aus den Fäkalien nur noch ein Häufchen Asche übrig lassen, etc. In den meisten Fällen jedoch existiert die Kassettentoilette, die man per Hand leeren muss.

Schwarzwasser- /Fäkalientank entleeren

Wer einen extra Schwarzwassertank hat, der entsorgt ähnlich wie beim Grauwasser, wenn es einen gemeinsamen Ablass gibt. Ansonsten muss die dazugehörige Vorrichtung – in Form eines dicken Kanalschlauchs – benutzt werden. Auch wenn die wenigsten einen Schwarzwassertank haben, hier der Vollständigkeit halber ein kurzer Abriss des Vorgangs:

So gehts - Schwarzwasser- / Fäkalientank entleeren:
  1. Kanalschlauch an den Kanalauslass anschließen
  2. Abwassertankventil öffnen
  3. Nachdem alles herausgefallen ist, Deckel schließen, Tank mit Frischwasser (oder Grauwasser) füllen, Ventil wieder öffnen (somit ist der Tank durchgespült; das kann mehrmals wiederholt werden.)
  4. Schwarzwasserventil schließen
  5. Grauwasserventil öffnen und entleeren (damit ist gleichzeitig der Abfluss gesäubert)

Fäkalientank der Kassettentoilette

Tipp: Schwarzwasser zuerst!

Wenn sowohl Grau- als auch Schwarzwassertank vorhanden sind, immer zuerst den Schwarzwassertank entleeren, da man dann mit dem Grauwasser die Fläche reinigen kann.
Nicht alle Stationen können hierfür gut angefahren werden, sodass man leider oft unverrichteter Dinge wieder abfahren muss.

Kassettentoilette entleeren

Die Toiletten-Kassette zu entleeren ist nicht jedermanns Sache, dabei es doch die natürlichste Sache der Welt ist. Für diese Entleerung braucht man das Wohnmobil nicht zu bewegen, denn die trag- oder auch ziehbare Kassette kann zu Fuß zur Entsorgung gebracht werden.

Zum Entleeren gibt es unterschiedliche Varianten: Gitter im Boden, Toilettenbecken mit Ablage, einfache Einfüllstutzen im Boden oder an der V&E-Station, Edelstahlwannen, Kanaldeckel, die angehoben werden müssen etc.

Kassettentoilette - so funktioniert es:
  1. Fach, in dem die Kassette untergebracht ist, öffnen, Kassette entriegeln und entnehmen. Wichtig: Den Schieber der darüber liegenden Toilette geschlossen lassen und Toilette nicht benutzen!
  2. Wer eine SOG-Entlüftung hat, muss den dazugehörigen Schlauch abziehen.
  3. Kassette zur Entsorgungsstation bringen und passende Entleerungsstelle suchen
  4. Ablassstutzen herausziehen, öffnen und in die Öffnung halten, dabei den Entlüftungsknopf drücken
  5. Kassette mehrmals mit sauberem Wasser ausspülen (Nicht am Frischwasser-Wasserhahn!)
  6. Entsorgungsstelle säubern, nachspülen und gegebenenfalls schließen
  7. Kassette wieder einsetzen (vielleicht zusätzlich desinfizieren)
Tipps & Wichtiges:
  • Im Kassettenfach immer einen Satz Einmalhandschuhe sowie ein Desinfektionsspray deponieren!
  • An der Station genau schauen, wohin entleert werden muss!
  • Nie den Wasserhahn oder -schlauch vom Frischwasser für die Reinigung der Toilette benutzen!
  • Zur Not können die Kassetten auch in normalen WCs entleert werden. Aber Achtung: Verstopfungsgefahr!

Seit kurzem sind auch vollautomatische & kontaktfreie Reinigungsautomat auf dem Markt, die die Toiletten-Kassetten besonders bequem entleeren und reinigen. CamperClean oder auch Camping Butler sind Automaten, in die man die volle Kassette komplett einstellt, eine entsprechende Münze einwirft (meist insgesamt 5 €), ein Programm wählt und nach kurzer Zeit die entleerte sowie gereinigte Kassette wieder zurück erhält. Eine tolle, saubere, aber nicht ganz billige Sache. Außerdem noch recht selten zu finden.

Camper Clean
Camping Butler

CampingButler: vollautomatische Entsorgungstation

Grauwasser entsorgen

Vielleicht hat man schon einmal etwas von „Dumpen“ oder „Dumping“ gehört oder gelesen? Im Camperleben wird der Vorgang der Entsorgung so genannt.

Je nach Ver- und Entsorgungsstation gibt es zwei unterschiedliche Varianten: In einem Fall werden Grau- und Schwarzwasser (Fäkalien) in einer gemeinsamen Öffnung entsorgt, im anderen Fall getrennt entsorgt. Getrennte Entsorgungsvorrichtungen sind die häufigere Variante.

Um Grauwasser zu entsorgen, muss man mit dem Wohnmobil entweder über den dafür vorgesehenen Ausguss – entweder ein Bodenloch oder eine Ausgussrille – oder dicht neben diese Vorrichtung fahren. In beiden Fällen ist das Ganze so gebaut, dass eine Schräge vorhanden ist, die das Grauwasser in den Ausguss leitet. Steht man richtig, muss das Ablassventil geöffnet werden. Dieses befindet sich bei einigen Modellen direkt über dem Ablass, bei anderen im Innenraum oder in der Heckgarage.

Ventile schließen & alles säubern:

Anschließend unbedingt das Ablassventil wieder schließen. Nicht mit offenem Ventil fahren!
Die Entsorgungsfläche abschließend noch einmal mit einem Schlauch oder einem Eimer Wasser abspülen.

Frischwasser auffüllen

Anschluss fürs Frischwasser

Frischwasser auffüllen ist eines der leichtesten Handhabungen der Ver- und Entsorgung: Wasserschlauch an den Wasserhahn anschließen, Frischwassertankdeckel öffnen, Schlauch einführen und Wasser marsch!

Bei der Erstbefüllung – idealerweise sogar immer – ist es ratsam, alle Wasserhähne im Wohnmobil auf Warmwasser zu stellen und so lange geöffnet zu lassen, bis im normalen Strahl Wasser herauskommt. Das ist deshalb so wichtig, weil man somit größere Luftblasen im Tank vermeiden kann.

Will man weitere Strecken fahren, muss der Tank nicht voll sein. Das spart Gewicht und somit Kraftstoff. Steht man jedoch ein paar Tage, so kann der Tank ruhig komplett aufgefüllt werden.

Die meisten V&E-Stationen berechnen den Preis für Frischwasser nach Litern. Dabei bekommt man in der Regel jeweils 10 Liter (für die Gießkanne oder den Kanister) beziehungsweise 100 Liter (für den Frischwassertank). Im Schnitt kosten 10 Liter 10 Cent und entsprechend 100 Liter 1 Euro. Geregelt wird das Ganze durch einen Münzzeitschalter. Selten kann man einfach laufen lassen, solange man möchte. An manchen Plätzen gibt es Wasser aber auch kostenlos oder aber die Kosten sind in der Übernachtung enthalten.

Sauberen Schlauch nutzen:

Immer nur einen sauberen Schlauch, der ausschließlich fürs von Frischwasser gedacht ist, verwenden. Am besten den eigenen Schlauch, anstatt des an der Station hängenden, benutzen! Man weiß ja nie, was der Vorgänger mit diesem gemacht hat. Um sicher zu gehen, den Einfüllstutzen des Schlauches mit Desinfektionsmittel besprühen.

Strom entnehmen

An einigen Ver- und Entsorgungssäulen gibt es ein bis zwei Steckdosen. Gedacht sind sie für einmaliges Kurzaufladen. Andere Stromgeber befinden sich an den jeweiligen Stellplätzen.

Hier existieren unterschiedliche Versionen der Abrechnung:
  • Nach Verbrauch: Die Kilowattstunde liegt dabei zwischen 50 Cent und 1 Euro. Diese Abrechnungsart ist am gerechtesten, da man nur das bezahlt, was man verbraucht.
  • Nach Zeit: Es gibt Tages- aber auch Stundentarife, wobei man sich, wenn man viele Stromquellen im Wohnmobil nutzt, meist gut steht.

Stromversorgung

Viele Plätze untersagen den Gebrauch eines Heizlüfters, da zum einen die Sicherungen des Platzes nicht immer für den hohen Verbrauch abgesichert sind und zum anderen der Stromverbrauch dieser Heizmöglichkeiten enorm ist. Auch das Betreiben von Klimaanlagen über Strom wird nicht gerne gesehen.

Für die Benutzung der Stromsäulen bedarf es in der Regel eines Adapterkabels mit CEE-Kupplung und CEE-Stecker. Wichtig ist, sich die Anleitung der jeweiligen Stromsäule gut durchzulesen. Einige Stromsäulen haben 4 oder mehr Anschlüsse, die durchnummeriert sind. Dann heißt es, vor Einwurf der Münze die entsprechende Steckdosennummer zu wählen (entweder mit einer Taste oder einem Drehschalter). Tut man das nicht in dieser Reihenfolge, so lädt man für einen anderen Wohnmobilisten die Stromkapazität auf.

Wie oft muss man eine V&E-Station anfahren?

„Wie oft muss man ver- beziehungsweise entsorgen?“, eine Frage, die gerade zukünftige Wohnmobilisten oder Neulinge häufig stellen. Die Antwort kann nur lauten: Das kommt zum einen auf die Anzahl der mitfahrenden Personen an, zum anderen darauf, wie man seinen Wohnmobilalltag gestaltet.

Benutzt man ausschließlich die wohnmobileigene Toilette, so ist bei einer Personenanzahl von zwei Erwachsenen davon auszugehen, dass die Kassette alle 2-3 Tage entleert werden sollte. Eine kleine Kontrollleuchte an der Spülung zeigt an, wann sie Kassette voll ist, man sollte allerdings lieber nicht darauf warten, dass sie brennt. Natürlich hängt es auch davon ab, ob beziehungsweise wie viel Chemie benutzt wird. Mit viel Chemie zersetzt sich der Kassetteninhalt besser. Zudem ist es ratsam, bei heißem Wetter lieber täglich zu leeren, dann riecht es weniger.

Letzteres gilt auch für den Abwassertank. Bei heißem Wetter riecht das Abwasser aus dem Abfluss unangenehm. Daher sollte man auch immer – auch während der Fahrt – die Abflüsse verschließen. Ansonsten reicht es – je nach Anzahl der Dusch-, Wasch- und Abwaschvorgänge –, wenn man alle 4-5 Tage oder gar nur jede Woche das Grauwasser entleert. Auch hierfür gibt es eine Anzeige im Wohnmobil, die zeigt, wie voll der Abwassertank ist.

Frischwasser wird nach Bedarf aufgefüllt, also auch hier abhängig von der Lebensweise. Wer mehrmals am Tag duscht, muss auch öfters Wasser nachfüllen. Bei einem 120-Liter-Tank ist davon auszugehen, dass man eine Woche lang damit auskommen kann. Alles natürlich auf zwei Personen bezogen. Auch für das Frischwasser gibt es eine Füllstands-Anzeige im Wohnmobil.

Anfallende Kosten

Das haben wir bereits zuvor schon erwähnt, daher an dieser Stelle nur noch einmal eine kurze Zusammenfassung:

Kosten für die Ver- und Entsorgung:
  • Frischwasser: Normalerweise 10 ct/10 l bzw. 1 €/ 100 l (an manchen Stationen muss man jedoch auch 20 ct/10 l bzw. 2 €/100 l zahlen); manchmal ist Frischwasser im Übernachtungspreis inbegriffen
  • Abwasserentsorgung: In der Regel kostenlos
  • Kassetten-Entleerung: Kostenlos, allerdings wird manchmal fürs Ausspülen bis zu 1 € verlangt. Die neuen, supermodernen vollautomatischen Entsorgungsstationen für Toilettenkassetten kosten normalerweise 5 €
  • Strom: Je nach Abrechnungsart; die Kilowattstunde wird in der Regel zwischen 50 ct bis hin zu 1 € berechnet, die Stunden- und Tagespreise variieren, dabei kommt es schon mal vor, dass der Tagespreis bei 5 € liegt. Manchmal ist der Strom im Übernachtungspreis inbegriffen.

Anderswo entsorgen?

Leider kommen wir Wohnmobilisten immer wieder in Verruf, da es – wie überall – Schwarze Schafe unter uns gibt, die, aus welchen Gründen auch immer, außerhalb der V&E-Stationen entsorgen.

Gesetze beachten:

Abwasserentsorgung in der freien Natur oder in Straßen-Gullis ist verboten! Die Entleerung der Kassettentoilette in freier Natur ist ebenfalls verboten! Beides zieht hohe Bußgelder nach sich.

Fazit

Ver- und Entsorgung ist vielleicht nicht immer ein appetitliches Thema, für Wohnmobilisten aber ganz normal. Nur mit einem genauen Plan und guter Pflege hält das Wohnmobil lange und es entstehen keine unangenehmen Gerüche. Schon bald werden Sie genau wissen, wie alles funktioniert und unterschiedliche V&E-Stationen routiniert anfahren.

Allgemeine Tipps:
  • Lieber einmal zu viel als zu wenig ver- und vor allem entsorgen.
  • Nach Möglichkeit einen eigenen Schlauch benutzen.
  • Zuerst die Toilette leeren und dann mit Grauwasser – falls nichts anderes vorhanden sein sollte – nachspülen.
    • Die Schläuche von der Frischwasserversorgung niemals für die Säuberung der Toilettenkassette benutzen und auch nicht umgekehrt. Achtung: Der kurze Schlauch ist für die Toilette, der lange fürs Frischwasser!
    • Idealerweise für die Befüllung des Frischwassertanks einen eigenen Schlauch benutzen.
    • Verantwortungsbewusst mit der V&E-Anlage umgehen und den Platz sauber hinterlassen. Missachtungen schaden nicht nur dem Ruf der Mobilisten sondern können zudem dazu führen, dass die Stationen geschlossen werden.

FAQ

Die häufigsten Fragen zum Ratgeber 'Versorgung & Entsorgung: Frischwasser, Grauwasser, Schwarzwasser / Toilette & Strom'

Wo kann ich mein Abwasser vom Wohnmobil entsorgen?

Die Ver- und Entsorgung ist an speziellen V&E-Stationen, beispielsweise auf Campingplätzen oder auf Stellplätzen möglich. Kippen Sie Ihr Abwasser nicht einfach in die Natur!

Wie viel kostet die Ver- und Entsorgung?

Oft werden Frischwasser, die Entsorgung von Grau- und Schwarzwasser sowie Stromentnahme seperat berechnet. Je nach V&E-Station kostet eine vollumfängliche Ver- und Entsorgung zwischen 5 und 15 Euro.

Wo entleere ich die Toilettenkassette vom Wohnmobil?

Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Ein Gitter im Boden, ein Toilettenbecken mit Ablage, einfache Einfüllstutzen im Boden oder an der V&E-Station, Edelstahlwannen, Kanaldeckel, die angehoben werden müssen etc. Schauen Sie sich genau an, was an der jeweiligen Station möglich und nötig ist. Es gibt auch vollautomatische Kassettenreinigungsstationen.

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